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Entscheidungen - Tipp Nr. 13:
Bauch-Gefühl
 
 
Die Fakten sprechen für eine Sache ... wenn da nur das komische Gefühl im Bauch nicht wäre! Und nun? Meldet sich hier die schlaue Intuition, der man blind vertrauen sollte und die letztlich doch immer richtig ist? Oder führt uns der Bauch vielleicht auf's Glatteis?

Wie so oft ist die Devise: Erstmal näher hinschauen! Es ist nämlich keineswegs so, dass das Bauchgefühl von irgendwoher kommt und geheimnisvolle Signale sendet, sondern es gibt ganz handfeste Gründe, die den "Bauch" wecken. Zum Beispiel:


- Schutzmechanismus: Ängste und Unsicherheiten

Hat man vor etwas Angst oder ist sich seiner Sache nicht sicher, dann reagiert man sehr viel sensibler. Außerdem verhalten wir uns entsprechend. Beispielsweise entscheiden sich Leute, die sich mit neuen Kontakten und Smalltalk schwer tun, häufig dafür, gar nicht zu solchen Events zu gehen. Auch wenn sie "eigentlich" durchaus gerne gehen würden.

Unbegründete Eifersucht ist auch ein gutes Beispiel: Da wird ein bestimmtes Verhalten umgedeutet, entsprechende Signale werden aufgefangen und schon hat man "intuitiv" das Gefühl, dass der andere einen vielleicht doch betrügen könnte.


- Frühere Erfahrungen

Bleiben wir beim Beispiel eben: Nehmen wir an, jemand wurde in einer früheren Beziehung betrogen. Wir lernen idealerweise aus unseren Erfahrungen. Das führt aber leider durchaus auch dazu, dass man Wissen und Erkenntnisse 1:1 auf etwas Neues überträgt und nicht mehr merkt, dass die Situation und die beteiligten Personen anders sind.

Möglicherweise trifft man deshalb folgende Entscheidung: Ich lasse meinen Partner nicht mehr alleine zu irgendwelchen Parties, denn ein früherer Partner hat bei dieser Gelegenheit jemanden kennen gelernt und ist fremdgegangen.

Das Ganze ist natürlich auch auf berufliche Situationen anwendbar. Angenommen Sie haben in einer früheren Stelle ein Projekt verhauen. Nun scheuen Sie sich davor, wieder eine verantwortungsvolle Rolle im Beruf anzunehmen und lehnen lieber ab, weil Sie das Desaster nicht wiederholen möchten.
Das "Bauchgefühl" bei der Aussicht auf ein eigenverantwortliches Projekt wird also nicht positiv ausfallen. Was aber nicht bedeutet, dass Sie das Projekt nicht handlen könnten. Sie trauen sich nur nicht.


- Erziehung

Die Oma, die immer gesagt hat "Gut Ding' will Weile haben", hat Sie so weit beeinflusst, dass Sie keine spontanen Entscheidungen treffen möchten, weil das dann eh nichts sein kann. Der Vater, der eher entmutigend war: "Das schaffst Du doch nie!" ... Doch natürlich kann uns unser Bauchgefühl auch in die andere Richtung "täuschen": Etwa wenn es ein grenzenlos gutes Gefühl bringt und uns darüber hinwegschauen lässt, dass es wichtige "Kopf-Gründe" gibt, die berücksichtigt werden wollen. Vielleicht sind Sie mit sehr ermutigenden Statements groß geworden: "Du bist ein Glückskind! Der gelingt eh immer alles!" Eine schöne Sache, die aber ebenso ihre Tücken hat.


- Unkonkrete Beobachtungen und Eindrücke

Stellen Sie sich vor, Sie hatten ein Job-Interview. Sie erhalten eine Zusage. Die Fakten (Konditionen etc.) klingen wunderbar und alles spricht dafür, die Stelle anzunehmen. Aber Ihr Bauch sagt "Nein".

Nehmen Sie dieses unangenehme Gefühl nicht einfach so hin. Und machen Sie auch nicht den Fehler, das Signal sofort als klares Nein zu deuten. Sondern machen Sie sich die Mühe, zu hinterfragen, woher das komische Gefühl kommt.


- Zu wenig hinterfragt

Ein Patentrezept für gute Entscheidungen ist es, die Dinge zu konkretisieren. Eben auch das Bauchgefühl.

Nehmen wir an, Ihr schlechtes Gefühl nach dem Vorstellungsgespräch kommt davon, dass Ihnen Ihr Gegenüber unsympathisch war.

- Warum? Was ist der Grund? Näher hinterfragt, stellt sich nun vielleicht raus, dass Sie den Eindruck hatten, der Personalentscheider mochte Sie nicht - darum war er Ihnen auch nicht angenehm und Sie haben ein schlechtes Gefühl. Woran machen Sie den Eindruck fest, dass Sie nicht gut angekommen sind? ... Auf diese Weise kommen Sie Ihrem Gefühl auf die Schliche. Die Übung Nr.13 hilft Ihnen dabei, herauszufinden, was das Bauchgefühl auslöst.


- Nicht genug Informationen/Fakten

Sehr häufig fehlen auch weitere Informationen: So haben Sie vielleicht große Lust, zu Ihrem Partner nach Wuppertal zu ziehen, Ihr Bauch grummelt aber bei der Frage, wie es sich dort wohl lebt und ob Sie überhaupt eine gute Arbeit bekommen werden. Anstatt die Gedanken nun einfach um das Bauchgefühl kreisen zu lassen, ist Ihnen mehr damit gedient, weitere hilfreiche Informationen und Fakten zu recherchieren und Ihre Bedenken damit zu überprüfen.


*

Gehören Sie zu den kopflastigeren Menschen? Oder treiben Sie Tipps wie "Hör einfach in Dich rein, wie es Dir damit geht!" in den Wahnsinn, weil Sie einfach nichts "hören"? Dann seien Sie gespannt auf den nächsten Tipp.

 

 
   
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