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Entscheidungen - Tipp Nr. 15:
Aufschieben
 
 
Haben Sie auch Entscheidungen, die Sie immer wieder aufschieben? Oder haben Sie einen Entschluss "eigentlich" schon gefasst, kommen aber nicht in die Puschen?

Viele Menschen möchten ihrer "Aufschieberitis" mit irgendwelchen Zeitmanagement-Tricks zu Leibe rücken. Doch auch wenn es durchaus Dinge gibt, die man immer wieder aus Zeitmangel verschiebt, spielen weitaus häufiger ganz andere Gründe eine Rolle, zum Beispiel:

- Man weiß, man soll oder muss (oder will) eine Situation verändern, aber hat Angst vor möglichen Konsequenzen.

siehe dazu auch:
Tipp Nr. 3: Angst vor der Konsequenz, Teil 1
Tipp Nr. 4: Angst vor der Konsequenz, Teil 2

- Man fühlt sich mit der Vision einer Sache wohl, will sich aber dem Urteil anderer nicht stellen (z. B. dem Chef und Kollegen beweisen, dass man viel mehr auf dem Kasten hat und eine viel tollere Stelle kriegen könnte, ein Buch schreiben).

- Man möchte ein Ziel erreichen, aber nichts dafür tun, weil einem schlicht der Aufwand zu groß oder der Weg zu unbequem erscheint (z. B. abnehmen, eine Sprache lernen, eine Zusatzqualifikation erwerben).

- Man kann den Aufwand nicht gut einschätzen oder weiß schlichtweg nicht, wo man anfangen soll (z. B. die Wohnung ausmisten, die Diplomarbeit oder Dissertation anpacken).

- Man fühlt sich der Sache nicht gewachsen, weiß nicht genau wie es geht bzw. ob man genug Fachwissen bzw. persönliche Qualifikation mitbringt (z. B. ein Projekt übernehmen, die Beförderung mit Personalverantwortung anstreben).

- Man möchte die Sache in Wirklichkeit gar nicht angehen, sondern es ist der Wunsch von jemand anderem oder ein Druck von außen, z. B. durch Medienberichterstattung, der einen überhaupt erst auf dieses vermeintliche Ziel gebracht hat (z. B. man muss Karriere machen wollen, der Bauch muss aber flach sein).


Dem ewigen Aufschieben kommen Sie am besten bei, wenn Sie nicht nur auf den Faktor Zeit achten, sondern immer hinterfragen:

- Wie wichtig ist mir das?

und

- Warum genau schiebe ich diese Entscheidung (und Umsetzung) immer vor mir her?

Die Übung "Bis zum Ende durchdenken" hilft Ihnen dabei.

*

Sofern Sie herausfinden, dass eine Sache wirklich wichtig für Sie ist, Sie also sicher sind, dass Sie sie nun endlich anpacken möchten, ist auch der generelle Blickwinkel wichtig.

Erst kürzlich habe ich mich mit jemandem über das Sportmachen unterhalten. Die Bekannte wollte sehr gerne einmal Aquajogging ausprobieren, weil sie das Gefühl hat, dass ihr diese Form der Bewegung großen Spaß machen würde und damit gewährleistet wäre, dass sie regelmäßige Bewegung in den Alltag einbaut.

Eine goldrichtige Sichtweise soweit: Denn wenn man sich überlegt, mehr Bewegung zu machen, dann sollte es auf jeden Fall etwas sein, das man gerne tut - schon alleine das erhöht die Wahrscheinlichkeit, es auch beizubehalten.

Nun tappte meine Bekannte jedoch in die "Warum es eh nicht geht"-Falle, die leider weit verbreitet ist: Im Schwimmbad Nummer 1 sind die Öffnungszeiten so, dass es mit der Familie nicht vereinbar ist. Im Schwimmbad Nummer 2 soll es auch einen Kurs geben, aber da hat jemand gesagt, der sei nicht gut. - Und so gab es viele Gründe, warum das Ausprobieren schon gar nicht drin ist.

Auf diese Weise machen sich leider viele Menschen von Haus aus einen Strich durch die eigenen Ziele. Wenn Hindernisse auftauchen, fragen Sie sich immer: "Wie könnte es gehen?", "Was müsste sein, damit Hindernis X umgangen oder gelöst wird?".

Falls Sie sich dabei ertappen, dass Ihnen die Hindernisse als Ausrede willkommen sind, seien Sie lieber ehrlich zu sich und legen Sie ein Ziel, das nicht wirklich eines ist, ad acta.

Im nächsten Tipp geht es ums Durchhalten getroffener Entscheidungen ("endlich Sport machen", "gesünder essen", "mich diesmal wirklich trennen", "mir eine neue Stelle suchen" und und und).

 

 
   
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