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Im letzten
Tipp haben wir uns den Gründen gewidmet, die dazu führen,
eine Entscheidung vor uns herzuschieben (Tipp
Nr. 18).
In der
begleitenden
Übung ging es darum, zu eruieren, warum
man im Alltag etwas nicht getan hat, was man "eigentlich"
gerne gemacht hätte (z. B. sagen, wenn einem das Essen
im Restaurant nicht schmeckt, oder einen Laden mit schlechtem
Service verlassen, statt zähneknirschend doch dort
einzukaufen).
Unser
Leser, Herr Berger, hat uns netterweise daraufhin geschrieben:
*
Was
mir persönlich am besten hilft, ist, mich nicht mit
den Gründen zu beschäftigen, warum ich etwas Sinnvolles
nicht tue, sondern
a) mich zu fragen: "Unter welchen Umständen würde
ich es tun?" und dann
b) zu versuchen, diese Umstände zu schaffen.
*
Herr
Berger hat vollkommen Recht: Denn die Frage "Wie es
denn gehen könnte" bzw. "Was sein müsste,
damit ich etwas tue" ist sehr lösungsorientiert.
Wenn man mit diesen Erkenntnissen dann auch wirklich etwas
anfängt.
Unterschiedliche
Frage-Formen bieten allerdings auch andere Antwortmöglichkeiten.
Darum greife ich Herrn Bergers Anregungen gerne noch einmal
auf:
Sich
zu fragen, WARUM man etwas nicht tut, hat eine etwas andere
Qualität.
In der Regel führt uns das "Warum mach ich das
jetzt nicht?" mehr zu uns selbst. Die Frage nach den
Umständen und was sein müsste birgt bei vielen
Leuten die Gefahr, dass sie sich zu sehr auf Umwelt und
Umstände konzentrieren und sich manchmal selbst völlig
außen vor lassen.
Beispiel:
- Ich
würde mich dafür entscheiden, mit meiner Schwester
Frieden zu schließen und wieder mit ihr zu reden,
wenn sie sich endlich ändern würde.
- Ich
würde kündigen, wenn der Arbeitsmarkt besser wäre.
Bitte verstehen Sie mich richtig: Selbstverständlich
spielen für jede Entscheidung auch andere Aspekte eine
Rolle - es geht nie ausschließlich um einen selbst.
Wir selbst können jedoch sehr viel tun, wenn wir
nicht nur den Blick auf andere werfen, sondern auch auf
unseren Einflussbereich.
Vielleicht
kennen einige von Ihnen das Buch "Die sieben Wege zur
Effektivität" (Buch
anschauen bei amazon.de) von Stephen R. Covey.
Dieser bringt es sehr plakativ auf den Punkt, indem er ein
Modell mit zwei Kreisen vorstellt: Malen Sie einen Kreis
und darum herum einen größeren.
Der innere Kreis ist Ihr unmittelbarer Einflussbereich ("circle
of influence"). Der Kreis drumherum ist der Bereich,
über den wir uns Gedanken machen, den wir aber nicht
direkt beeinflussen können ("circle of concern").
Nehmen
wir an, Sie sind unzufrieden in Ihrem Job, weil Ihr Chef
Sie nicht genug anerkennt und sich öfter mal im Ton
vergreift. Sie entscheiden sich zur Kündigung, obwohl
Sie eigentlich - bis auf die Sache mit dem Chef - gerne
dort arbeiten.
Die meisten Menschen in dieser Situation tappen in die Falle,
dass sie sich nur auf den Chef konzentrieren und ihre Entscheidung
davon abhängig machen, ob DIESER sich anders verhält,
tun aber selbst überhaupt nichts dazu. Suchen meist
nicht mal das persönliche Gespräch.
Nur
wer sich in derlei Situationen auch intensiv mit sich selbst
befasst: Was kann ich dazu tun, dass sich die Situation
verändert? Was habe ich bisher getan und mit welchem
Erfolg? Wie reagiere ich meinem Chef gegenüber? Wie
verhalte ich mich im Büroalltag: Kann er überhaupt
erkennen, was ich tue und was anerkennenswert ist? Wie gehe
ich damit um, wenn mein Chef sich im Ton vergreift? Habe
ich mit ihm bereits darüber gesprochen? In welcher
Form?
Nutzen
Sie daher immer unterschiedliche Frageformen. Und konzentrieren
Sie sich stets darauf:
- Ihren
eigenen Einflussbereich wahrzunehmen
- und
nach dem Zusammentragen aller Gedanken, Bedürfnisse,
Wünsche und Hindernisse lösungsorientiert vorzugehen
à la "Wie könnte es klappen?"
Nebenbei
bemerkt können Sie auf diese Weise auch sehr viel fröhlicher
und gesünder durch's Leben gehen. Es ist erwiesen,
dass man bedrückt ist (das kann bis zu Depressionen
gehen!), wenn man das Gefühl hat, das Leben nicht mehr
selbst in der Hand zu haben und praktisch zum Spielball
von Umständen und anderen zu werden.
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