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Entscheidungen - Tipp Nr. 29:
Eine Entscheidung klar kommunizieren
 
 
Es gibt Situationen, wo wir glasklar wissen, was wir wollen oder eben nicht. Aber sich innerlich über etwas klar zu sein, reicht nicht aus, wenn andere beteiligt sind.

Nehmen wir folgende Beispiele:

- Jemand hat ganz offensichtlich Gefallen an Ihnen gefunden und bittet Sie um ein Date. Aus Ihrer Sicht besteht jedoch kein Interesse.

- Sie hatten einen gemeinsamen Urlaub mit einem Freund geplant, der kurzfristig abspringt. Als Sie in der Arbeit enttäuscht davon erzählen, dass der Urlaub dann wohl ins Wasser fällt, sagt eine Kollegin freudestrahlend: "Kein Thema, da wollt ich auch schon immer gerne hin. Ich komm mit!"
Sie mögen die Kollegin zwar, aber gemeinsam in Urlaub dann doch lieber nicht.

- Eine Freundin ruft an und fragt, was Sie am Samstag machen. Sie lädt einige Mütter und ihre Kleinkinder zum Kaffee ein. Da Sie keine Lust auf Trubel haben, möchten Sie nicht. Aber das kann man doch nicht sagen, oder?


Derlei Situationen kennt wohl jeder: Man fürchtet sich davor, klar Stellung zu beziehen. Entweder weil man Angst hat, den anderen zu verletzen, oder aber weil man sich in Erklärungsnöten sieht, keine Lust auf eine Diskussion oder gar keine wirklichen Argumente hat, sondern einfach nur nicht will und möchte, dass der andere den eigenen Standpunkt respektiert.

 

Folgenschwere Ausflüchte

Bemüht man nun Ausreden, provoziert man weitere Nachfragen oder aber man erweckt einen grundlegend anderen Eindruck.

In dem Moment, wo Sie einem Verehrer/einer Verehrerin nicht klar sagen, dass Sie kein Interesse haben, sondern das Ganze verstecken hinter "diese Woche ist ganz schlecht", "ich fühle mich nicht so gut" oder gar "leider habe ich zur Zeit so viel um die Ohren", halten Sie die Türe für weitere Avancen weit offen.

Nett gemeinte oder abschwächende Formulierungen wie "leider", "ich würde zwar gerne, aber" tragen zudem dazu bei, dass der andere sich ermutigt und bestätigt fühlt.

 

Die Folge von Ausflüchten:

- Man sieht sich mit ein- und derselben Sache immer wieder konfrontiert.

- Fängt man mit einer Lüge an, ist man schnell in einem Strudel weiterer Lügen gefangen (heute ist es zu viel Arbeit, morgen Bauchweh, übermorgen ist es eine Familienfeier ...).

- Man ist genervt, weil es eine unendliche Geschichte wird.

- Man ist sauer auf sich selbst, weil man nicht klar Stellung bezogen hat und sich möglicherweise außer Stande sieht, das nachträglich zu korrigieren und sich zu seiner Lüge/Ausflucht zu bekennen.

- Man fühlt sich schlecht, weil man die Unwahrheit sagt.

 

Zu viel Interpretationsspielraum

Natürlich gibt es auch die Variante, dass man GLAUBT, Klartext zu sprechen, sich aber in der Wortwahl vergreift, so dass verschiedene Interpretationen möglich sind.

Beispiel:

a) Kaffeetrinken mit Müttern & Kindern am Samstag:
"Am Samstag kann ich nicht."
(... heißt auch: diesen Samstag geht es nicht, aber bei nächsten Gelegenheiten ...)

b) Auf die Urlaubsthematik kommt die Antwort:
"Gemeinsam in Urlaub zu fahren ist sehr persönlich, das kann man gar nicht mit jedem - auch wenn man sich sonst gut versteht."
(... kann die Kollegin freudestrahlend als Kompliment auffassen und als Bestätigung, dass der Urlaub geritzt ist.)

c) Auf die Frage, ob Sie mit jemandem ins Kino in ‚Capote' gehen:
"Nein danke. Den Film habe ich schon gesehen."
(... kommt an wie: Ach, der Film ist das Hindernis. Dann gehen wir in einen anderen Film oder es muss ja auch nicht unbedingt Kino sein, machen wir halt was anderes!)

 

Image-Schaden

Wenn man nie wirklich Stellung bezieht oder sich immer schwammig ausdrückt, gibt man kein gutes Bild ab.

Dazu kommt natürlich, dass ständige Ausflüchte auffallen - bzw. man sich selbst schlecht fühlt und deshalb der anderen Person möglichst ausweicht, um nicht wieder in die Bredouille zu kommen und lügen zu müssen. Darunter leiden wiederum Beziehungen. Lassen Sie es nicht so weit kommen und reden Sie - freundlich, aber eindeutig - Klartext!

 

 
   
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