| Eine
typische Hürde, wenn es um Entscheidungen geht, ist die
Angst vor den Konsequenzen:
- Ich
weiß, ich müsste den Kollegen offen darauf ansprechen,
was mich stört, aber vielleicht ist er mir dann böse
und die Beziehung ist dann kaputt ...
- Ich
würde gerne kündigen und einen Job suchen, aber
was ist, wenn ich vom Regen in die Traufe komme ...
- Eigentlich
habe ich mich dafür entschieden, die Beziehung zu beenden,
aber ich will nicht als der/die Böse dastehen und den
Partner verlassen ...
- Mein
Chef will mir ein Projekt übertragen. Das finde ich
toll. Aber was ist, wenn sich herausstellt, dass ich der
Sache nicht gewachsen bin ...
In den meisten Fällen äußert sich die
Spekulation in Sachen Konsequenzen ausschließlich
negativ: Man befürchtet buchstäblich "das
Schlimmste".
Dabei könnten wir genauso gut in die andere Richtung
spekulieren:
- Wenn
ich den Kollegen darauf anspreche, was mich stört,
wird sich unsere Zusammenarbeit verbessern und wir fühlen
uns beide besser.
- Wenn
ich kündige, kann ich wieder aufatmen und werde dann
einen neuen Job haben, der mir gut gefällt und vielleicht
sogar noch besser bezahlt ist.
- Wenn
ich die Beziehung beende, geht es uns beiden besser.
- Auch
wenn ich unsicher mit dem neuen Projekt bin: Es ist eine
tolle Chance zu lernen und ich kann mich beweisen!
Wäre diese Art der Spekulation unrealistisch? Oder
gar schönreden? Keineswegs: Sie wäre genauso
realistisch wie die Befürchtungen und Schwarzmalerei.
Geht
es also darum, die rosarote Brille aufzusetzen, um Entscheidungen
besser treffen zu können? Keineswegs! Jedoch ist es
wichtig, sich klarzumachen:
1. Die Angst vor negativen Konsequenzen ist völlig
menschlich. Allerdings ist es wichtig, diese Befürchtungen
oder "querschießenden Gedanken" auch aktiv
zu nutzen. Denn Spekulationen jeder Art sind auch ein guter
Hinweis darauf, was wir extra beachten müssen bei der
anstehenden Entscheidung.
2. Bin ich jemand, der "ausgewogen" spekuliert?
Also mögliche negative, neutrale und positive Annahmen
trifft - oder gehe ich dabei sehr einseitig vor (sehe also
beispielsweise nur schwarz oder auch nur das Positive)?
Eine gute Entscheidung schreit regelrecht danach, dass man
ausgewogen vorgeht und in alle Richtungen denkt.
3. Spekulationen sind nur Spekulationen. Keiner von uns
kann in die Zukunft blicken und sich so Garantien verschaffen.
Darum ist es umso wichtiger, sich mögliche negative
Konsequenzen näher anzusehen und damit zu arbeiten,
anstatt sich davon komplett lähmen zu lassen und sich,
wie das viele Menschen leider tun, um die Entscheidung selbst
sofort herumzudrücken.
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