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Entscheidungen - Tipp Nr. 3:
Angst vor der Konsequenz, Teil 1
 
 
Eine typische Hürde, wenn es um Entscheidungen geht, ist die Angst vor den Konsequenzen:

- Ich weiß, ich müsste den Kollegen offen darauf ansprechen, was mich stört, aber vielleicht ist er mir dann böse und die Beziehung ist dann kaputt ...

- Ich würde gerne kündigen und einen Job suchen, aber was ist, wenn ich vom Regen in die Traufe komme ...

- Eigentlich habe ich mich dafür entschieden, die Beziehung zu beenden, aber ich will nicht als der/die Böse dastehen und den Partner verlassen ...

- Mein Chef will mir ein Projekt übertragen. Das finde ich toll. Aber was ist, wenn sich herausstellt, dass ich der Sache nicht gewachsen bin ...


In den meisten Fällen äußert sich die Spekulation in Sachen Konsequenzen ausschließlich negativ: Man befürchtet buchstäblich "das Schlimmste".


Dabei könnten wir genauso gut in die andere Richtung spekulieren:

- Wenn ich den Kollegen darauf anspreche, was mich stört, wird sich unsere Zusammenarbeit verbessern und wir fühlen uns beide besser.

- Wenn ich kündige, kann ich wieder aufatmen und werde dann einen neuen Job haben, der mir gut gefällt und vielleicht sogar noch besser bezahlt ist.

- Wenn ich die Beziehung beende, geht es uns beiden besser.

- Auch wenn ich unsicher mit dem neuen Projekt bin: Es ist eine tolle Chance zu lernen und ich kann mich beweisen!


Wäre diese Art der Spekulation unrealistisch? Oder gar schönreden? Keineswegs: Sie wäre genauso realistisch wie die Befürchtungen und Schwarzmalerei.

Geht es also darum, die rosarote Brille aufzusetzen, um Entscheidungen besser treffen zu können? Keineswegs! Jedoch ist es wichtig, sich klarzumachen:


1. Die Angst vor negativen Konsequenzen ist völlig menschlich. Allerdings ist es wichtig, diese Befürchtungen oder "querschießenden Gedanken" auch aktiv zu nutzen. Denn Spekulationen jeder Art sind auch ein guter Hinweis darauf, was wir extra beachten müssen bei der anstehenden Entscheidung.


2. Bin ich jemand, der "ausgewogen" spekuliert? Also mögliche negative, neutrale und positive Annahmen trifft - oder gehe ich dabei sehr einseitig vor (sehe also beispielsweise nur schwarz oder auch nur das Positive)? Eine gute Entscheidung schreit regelrecht danach, dass man ausgewogen vorgeht und in alle Richtungen denkt.


3. Spekulationen sind nur Spekulationen. Keiner von uns kann in die Zukunft blicken und sich so Garantien verschaffen. Darum ist es umso wichtiger, sich mögliche negative Konsequenzen näher anzusehen und damit zu arbeiten, anstatt sich davon komplett lähmen zu lassen und sich, wie das viele Menschen leider tun, um die Entscheidung selbst sofort herumzudrücken.

 

 
   
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