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Entscheidungen - Tipp Nr. 30:
Alle Entscheidungen zurückstellen
 
 
Sehr häufig treffe ich auf Menschen, die sich regelrecht verrückt machen wegen anstehender Entscheidungen. Der einfachere Grund ist, dass grundsätzlich zu viele Baustellen offen stehen und man schlichtweg nicht weiß, wo anfangen. In diesem Fall hilft es Ihnen, einen Anfangspunkt durch ein KO-System zu finden. Wie das geht, lesen Sie in Übung Nr. 12.

Schwieriger wird es, wenn man überfordert ist. Entscheidungen wie ein Arbeitswechsel, ein Umzug oder eine Trennung drängen sich oft auf, weil etwas im Argen liegt: Schon längerwährende Belastungen (etwa durch schlechte Arbeitsbedingungen) haben ihren Tribut gefordert, etwaige Selbstzweifel werden immer größer - oder man fühlt sich so unsicher, aber gleichzeitig durch die Umstände oder andere Personen dazu gedrängt, eine Veränderung herbeizuführen, dass man keinen klaren Gedanken mehr fassen kann.

Oft führt das dazu, dass man körperlich und psychisch leidet. Man will sich nicht mit der belastenden Entscheidung auseinander setzen, fühlt sich aber als Loser bzw. setzt sich unter Druck, nun endlich etwas zu tun. Und bloß nichts Falsches!


In so einer Situation, also wenn Sie merken, dass Sie wirklich am Ende sind und sich gar nicht in der Lage fühlen, die Entscheidung zu treffen, ist es wichtig, die Priorität richtig zu setzen. Und diese Priorität sind SIE.

Um eine wirklich gute Entscheidung treffen zu können, ist es elementar, selbstbewusst und stabil zu sein. Sind Sie das nicht, wird Ihre Entscheidung dadurch beeinflusst. Zum Beispiel:

- Fühlen Sie sich aus momentaner Schwäche und Demotivation heraus nicht stark genug für eine Veränderung.

- Ist Ihr Verhalten kontraproduktiv. Wenn Sie beispielsweise auf dem Zahnfleisch daherkommen und sich Ihrer Fähigkeiten total unsicher sind, sich aber trotzdem auf Stellensuche begeben: Natürlich leidet darunter die Selbstpräsentation.

- Bewerten Sie Ihre eigenen Fähigkeiten schlechter oder als unzureichend.

- Sind Sie durch momentane Umstände so gedrückt und fühlen sich wie ein Versager, dass Sie zu viel Gewicht auf die aktuelle Entscheidungssituation legen (Diesmal MUSS ich die richtige Entscheidung treffen und will nur mit 100%iger Sicherheit einen neuen Weg beschreiten.).

- Angst und Unsicherheit verstärken mögliche negative Konsequenzen und Hindernisse unverhältnismäßig. Damit ist weder eine ausgewogene Analyse der Situation möglich noch ein klarer Blick auf Pro und Contra.


Besser ist es sich die Zeit zu geben, wieder zu Kräften zu kommen, und erst dann, wenn die aktuelle Entscheidung nicht mehr von Stress und Belastung überschattet wird, ans Entscheiden zu gehen.

Sich "Zeit geben" muss nicht bedeuten, dass Sie eine dringende Entscheidung auf die lange Bank schieben. Es kann auch ein entspanntes und relaxtes Wochenende sein, an dem Sie sich der Gedankenmühle entziehen und sich nur um sich selbst kümmern und dafür sorgen, dass es Ihnen gut geht.

Sofern Sie eine oder mehrere größere Entscheidungen auf der Platte haben, überlegen Sie sich: Muss ich das jetzt wirklich vom Zaun brechen? In der Regel ist es völlig egal, ob es ein Vierteljahr oder ein halbes Jahr oder sogar ein ganzes Jahr dauert, bis man größere Veränderungen einleitet.

Stellen Sie sich vor, jemand ist seit Jahren unzufrieden in seinem Job. Plötzlich ist er am Nullpunkt angelangt und denkt: "JETZT muss Schluss sein!" In diesem Fall ist es aus genannten Gründen sehr unklug, direkt alles hinzuwerfen. Viel schlauer ist es, sich erst einmal aufzupäppeln. Zu lernen, sich um sich selbst zu kümmern. Und im Laufe dieses Prozesses Schritt für Schritt
- sich aufzubauen
und
- realistische Optionen abzuwägen.

Das Aufschieben der Entscheidung selbst muss ganz bewusst geschehen. Tut man das nicht, fühlt man sich unter Druck, weil im Hintergrund ständig die Unruhe von Ich-sollte-müsste (und-hab-noch-immer-nicht) rumort.

 

 
   
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