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| Übungen:
Entscheidungsmuskeln, S. 1 |
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Ergänzend
zu unseren Entscheidungstipps
finden Sie hier 30 praktische Übungen, mit denen Sie
Ihre Entscheidungsfähigkeiten prüfen und optimieren
können:
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Übung
Nr. 1: So oft treffen Sie Entscheidungen!
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Na,
sind Sie eher entscheidungsfreudig oder bekommen Sie tendenziell
die Krise, wenn Sie Stellung beziehen sollen oder eine Weiche
stellen "müssen"?
Allzu
schnell packt man sich selbst in eine Schublade. Darum lautet
die Übung heute, dass Sie sich einmal ganz bewusst
machen, wann Sie im beruflichen und privaten Alltag Entscheidungen
treffen. Achten Sie die nächsten Tage einmal darauf:
wie
oft Sie überhaupt Entscheidungen treffen (z. B. Auf
welche Uhrzeit stelle ich meinen Wecker, was ziehe ich an,
fahre ich mit der U-Bahn oder dem Rad, frage ich meine Kollegin
um Unterstützung oder nicht, mache ich diese Arbeit
zuerst oder die andere, esse ich Schnitzel oder Auflauf,
halte ich der Person hinter mir die Tür auf oder nicht
...).
Registrieren
Sie ganz bewusst, was Sie alles (oft völlig automatisch
und mit links) an einem einzigen Tag zu entscheiden haben.
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Übung
Nr. 2: Ihre Entscheidungsfähigkeit
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In
Übung Nr. 1 hatten wir Ihnen vorgeschlagen, dass Sie
sich einmal im Alltag bewusst werden, wie oft und welche Entscheidungen
Sie treffen. Wenn Sie die Übung gemacht haben, sind Sie
vielleicht ganz schön ins Staunen gekommen, dass jeder
einzelne Tag eine Aneinanderreihung vieler kleiner Entscheidungen
ist.
Warum
auch die Alltagsentscheidungen so wichtig sind? - Weil sie
Ihnen dabei helfen, zu sehen, wie es mit Ihrer Entscheidungsfähigkeit
aussieht.
Die
meisten Menschen machen nämlich den Fehler, sich nur
auf ihre Entscheidungsfähigkeiten zu besinnen, wenn
sie vor einer großen Sache stehen und dann bemerken,
dass sie zögern oder sich außer Stande sehen,
eine Entscheidung zu treffen.
Wie
bei allem ist es auch bei Entscheidungen wichtig, sich schon
vorher damit auseinander zu setzen. Und der ganz normale
Alltag ist ideal dafür.
Schreiben
Sie Ihre Beobachtungen dazu, welche Arten von Entscheidungen
Sie in den letzten Tagen getroffen haben, auf. Differenzieren
Sie nun für sich:
o Welche Entscheidungen fallen mir total leicht? Warum genau?
o Welche Entscheidungen fallen mir leicht, aber ich tendiere
mehr zum Überlegen? Inwiefern?
o Welche Entscheidungen fallen mir etwas schwer? Warum?
Ergänzen
Sie hier selbstverständlich gerne auch generelle Entscheidungsfragen,
auch solche, die Ihnen in Ihrer Alltagsbeobachtung nicht
untergekommen sind.
Wichtig:
Werden Sie konkret, formulieren Sie auch für sich selbst
Ihre Gedanken schriftlich aus.
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| Übung
Nr. 3: Ist-Analyse Konsequenzen |
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Vielleicht
stehen Sie momentan vor einer Entscheidung, vielleicht rufen
Sie sich für diese Übung aber auch frühere
Entscheidungssituationen vor Augen. Beantworten Sie schriftlich
für sich:
1. Wenn
ich eine Entscheidung treffe und mir überlege, welche
Konsequenzen damit verbunden sind, denke ich dann
o schwerpunktmäßig
an alles, was schiefgehen kann?
o nur an das Positive, was sich daraus ergeben wird?
o einigermaßen ausgewogen an Positives, Neutrales
und Negatives?
2. Wenn ich mögliche negative Konsequenzen befürchte,
o werde ich mutlos und schiebe die Entscheidung vor mir
her
o schiebe ich das beiseite und zwinge mich, das zu ignorieren
o
setze ich mich intensiv mit diesen negativen Befürchtungen
auseinander
Beantworten
Sie sich diese Fragen auch für Ihre aktuelle (bzw.
zurückliegende) konkrete Entscheidung.
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| Übung
Nr. 4: Wild spekulieren! |
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Eine
gute Übung, die Ihnen auch für Ihre Entscheidungsfähigkeiten
sehr hilfreich sein wird, ist es, wenn Sie sich im Alltag
mal trauen, wild zu spekulieren. Und so geht's.
Nehmen
Sie sich irgendeine Situation und überlegen Sie sich,
was es an positiven, neutralen und negativen Dingen zu sagen
gibt.
Beispiel:
Ihr Chef kommt offenbar mieser Stimmung ins Büro. Spekulieren
Sie: Was ist mit ihm?
Lassen
Sie sich möglichst viele Gründe einfallen, warum
Ihr Chef so verkniffen schaut: Hat er vielleicht einen Anschiss
von seiner Frau bekommen? Hat ein Großkunde einen
Auftrag zurückgezogen? Haben Sie was falsch gemacht
und Ihr Chef ist vielleicht sauer auf Sie? Ist ihm das Auto
von einem Marder angefressen worden? Hat er beim Frühstück
den Toast verbrannt? Hat ein guter Mitarbeiter gekündigt?
Hat er bei Ebay eine Auktion verloren? Hat er das erste
graue Haar entdeckt? ...
Sie sehen an den Beispielen, dass es nicht nur erlaubt,
sondern völlig erwünscht ist, dass Sie auch ins
Absurde spekulieren.
Warum ist diese Übung so gut?
Weil
Sie
- trainieren,
in die Breite zu denken, was Positives, Neutrales und Negatives
betrifft,
- dadurch
mehr und mehr lernen, dass Spekulationen Spekulationen sind:
kann sein, dass der Chef sauer auf mich ist, kann aber auch
sein, dass er heute morgen in die Midlife Crisis gekommen
ist (seine Laune also gar nichts mit mir zu tun hat),
- sich
erlauben, Absurdes und auch Lustiges zu denken. Das wiederum
erleichtert Ihnen auch das Entscheiden: Denn Sie werden
flexibler und lassen auch vermeintlich verrückte Ideen
zu (die oftmals einen hilfreichen Kern beinhalten), man
muss unwillkürlich lachen und nimmt dadurch auch Entscheidungsdruck
von sich.
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| Übung
Nr. 5: Das Leben verändern |
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... Keine Sorge: Sie brauchen nicht mal eben Ihr Leben umkrempeln
;o) Bei dieser Übung geht es darum, dass Sie sich einmal
den Spaß machen, sich an frühere Begegnungen und
Situationen zu erinnern und dann zu überlegen, welche
Auswirkungen bestimmte Entscheidungen auf Ihr Leben gehabt
hätten.
Anregungen:
- Denken
Sie an Ihre erste Liebe: Wie wäre das Leben wohl verlaufen,
wenn Sie sich entschieden hätten, mit dieser zusammenzubleiben?
- Denken
Sie an Ihren Ausbildungsberuf: Angenommen, Sie wären
in der Firma geblieben, in der Sie gelernt haben - wie wäre
die berufliche Laufbahn und Situation dann wohl abgelaufen?
Sie
sehen: Es geht einfach darum, sich einzelne Lebensaspekte
und Personen herauszugreifen und zu spinnen - was hätte
sein können, wenn ...
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| Übung
Nr. 6: Die Damals-Brille aufsetzen |
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Gibt
es eine Entscheidung, die Sie als Manko empfinden und wofür
Sie sich schelten?
Zum
Beispiel:
- "Ich
hätte schon früher kündigen und nicht noch
zwei Jahre länger in der schrecklichen Arbeitssituation
bleiben sollen!"
- "Ich
hätte meine Ausbildung beenden müssen."
Dann nutzen Sie jetzt die Gelegenheit und versetzen Sie
sich zurück:
- Wie
waren Ihre Lebensumstände?
- Wie waren Sie damals so "drauf"?
- Welche
Gründe und Emotionen spielten eine Rolle bei Ihrer
Entscheidung?
- Welche
Werte und Vorstellungen haben damals mit reingespielt?
- Was
haben Sie von anderen für Feedback bekommen?
Kurz:
Vollziehen Sie Ihre damalige Entscheidung einmal konstruktiv
und detailliert nach.
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| Übung
Nr. 7: Selektiv wahrnehmen |
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Sicherlich
kennen Sie das Phänomen, dass man plötzlich etwas
verstärkt wahrnimmt: Sie haben ein neues Wort kennen
gelernt und auf einmal fällt es Ihnen überall auf.
Sie sind frisch verliebt und plötzlich sehen Sie überall
glückliche Paare.
Nutzen
Sie dies einmal gezielt dafür, um neue Meinungen und
Aspekte einer Sache einzuholen.
Zum
Beispiel:
- Nehmen
Sie sich ein Thema vor, zu dem Sie eine ganz klare Meinung
haben: entweder eine ablehnende ("Ich lehne Rauchen
ab.", "Schönheitsoperationen kämen für
mich nie in Frage.") oder eine positive ("Eigene
Kinder haben ist das Größte!", "Ohne
Sport könnte ich gar nicht.")
oder:
- Suchen
Sie sich eine Sache aus, zu der Sie bislang keinen Zugang
hatten ("Warum finden manche Fußball nur so toll?",
"Camping ist doch eher unbequem, oder?")
Die
Übung besteht darin, dass Sie einmal ganz bewusst nach
weiteren Aspekten und Meinungen Ausschau halten - ohne diese
zu bewerten! Es geht darum, dass Sie neugierig darauf sind,
was in Zeitschriften, im Fernsehen, im Internet dazu gesagt
wird. Und natürlich auch, dass Sie andere Personen
dazu interviewen: Fragen Sie Menschen aus Ihrem beruflichen
und privaten Umfeld, wie sie die Sache sehen. Und suchen
Sie sich ganz gezielt andere Menschen, die von einer Sache
begeistert sind - oder von denen Sie wissen, dass sie etwas
strikt ablehnen.
Finden
Sie die Meinung heraus und lassen Sie sich diese begründen.
Nicht um darüber zu diskutieren, sondern lediglich,
um neuen Input von außen zu erhalten, indem Sie gezielt
danach suchen und einfach mal alles neugierig in sich aufnehmen.
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| Übung
Nr. 8: Mit Fragen experimentieren |
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Je
nachdem, wie Sie eine Frage stellen, erhalten Sie völlig
anders gefärbte Antworten.
Nehmen
Sie sich eine Situation vor.
a) Eine
Alltagssituation, zum Beispiel, was Sie am Wochenende machen
könnten.
oder:
b) Eine
gravierende hypothetische Entscheidung, beispielsweise ob
man in der heutigen Zeit einfach seinen Job kündigen
sollte, obwohl man noch nichts Neues hat.
Fragen
Sie nun die Leute in Ihrem Umfeld nach ihrer Meinung. Experimentieren
Sie dabei mit unterschiedlichen Fragen und werden Sie sich
dessen bewusst, welche Antworten auf welche Fragen kommen
und wie Sie schon durch feine Unterschiede in der Formulierung
eine anders gefärbte Meinung erhalten.
Beispiel:
a)
"Was soll ich am Samstag Abend nur machen?"
"Ich bin eher der gemütliche Typ. Was raten Sie
mir für einen Samstagabend?"
"Wollen wir am Samstag mal wieder was unternehmen?
Zum Beispiel ins Kino gehen?"
"Wozu hättest Du denn Lust am Samstag?"
"Wenn Sie an meiner Stelle wären: Was würden
Sie an einem Samstag Abend machen?"
"Wissen Sie irgendwas Spannendes, das man am Samstagabend
hier in der Stadt machen kann?"
"Ich hätte Lust mal was zu unternehmen, das ich
noch nie gemacht habe. Fällt Ihnen was Besonderes ein?"
b)
"Am liebsten würde ich meinen Job sofort kündigen.
Soll ich?"
"Würden Sie Ihren Job kündigen, ohne was
Neues zu haben?"
"Kann man in der heutigen Zeit einfach kündigen
und sich dann erst bewerben?"
"Was spricht dafür, gleich zu kündigen, wenn
man unglücklich im Job ist?"
"Es spricht doch viel dagegen, ohne neue Stelle zu
kündigen, oder?"
"Unter welchen Umständen würden Sie kündigen?"
"Wenn ich jetzt kündigen würde, ohne was
Neues zu haben: Was könnte ich Ihrer Ansicht nach tun,
um die Risiken zu minimieren?"
Diese Übung schult Ihre Kreativität für Fragestellungen
und Ihre Fähigkeit, gezielter Informationen einzuholen
... aber natürlich auch, wie Sie die Meinung anderer
schon durch Art und Inhalt einer Frage beeinflussen können.
Nur wenn Sie sich dieser Zusammenhänge bewusst sind,
können Sie die Antworten auch entsprechend bewerten
und für Ihre Entscheidung nutzen.
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| Übung
Nr. 9: Die eigene Meinung analysieren |
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Denken
Sie an eine Situation, in der Sie jemand um Ihre Meinung gefragt
hat oder zu der Sie eine grundsätzliche Meinung haben.
Zum
Beispiel:
- Ein
Freund fragt Sie, ob er sich selbstständig machen soll.
- Eine Kollegin ist fremd gegangen und fragt Sie, ob sie
das ihrem Lebenspartner beichten sollte.
- Ihr Chef möchte wissen, ob Sie glauben, dass sich
Coaching lohnt.
- Eine Nachbarin in Ihrem Hochhaus überlegt, sich einen
Hund anzuschaffen.
- Ein Bekannter will einen großen Batzen Erspartes
in Aktien investieren.
Formulieren
Sie auf einem Blatt Papier Ihre Meinung zu dieser Sache:
Wie stehen Sie dazu? Raten Sie zu oder ab?
In einem
zweiten Schritt überlegen Sie dann: Was für Gründe
fallen Ihnen ein, warum Sie zu dieser Ansicht tendieren?
Welche eigenen Erfahrungen oder Persönlichkeitsmerkmale
sind ausschlaggebend für Ihren Standpunkt?
Wenn
Sie diese Übung immer mal intensiv wiederholen, schulen
Sie damit "Ihr Auge" für das Bewerten und
Einordnen fremder Ansichten. Dadurch können Sie nicht
nur differenzierter hinsehen, sondern auch viel gezielter
einhaken und qualitativ nachbohren.
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| Übung
Nr. 10: Warum? |
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Sie
kennen das fordernde "Waruuuum???" von Kindern:
Immer wieder bohren sie nach und hinterfragen eine Antwort
wieder und wieder. Genau darin besteht diese Übung:
1. Sperren
Sie die Ohren weit auf - sowohl im privaten als auch im
persönlichen Umfeld.
2. Fragen
Sie nach: Warum nimmt jemand diesen Standpunkt ein? Wieso
findet jemand dieses Buch/Musikstück oder diesen Film
gut? Was gefällt der Person gut an ihrer Arbeit, was
nicht? ... Den Themen sind keine Grenzen gesetzt.
Seien
Sie besonders aufmerksam, wenn Sie merken, dass Sie aktiv
weghören. Beispielsweise weil Sie mit einer Meinung
nicht konform gehen, wenn Sie mit der Person nichts anzufangen
wissen oder wenn ein Thema Sie spontan gar nicht interessiert.
Mit
dieser Übung schulen Sie einerseits Ihre Fähigkeiten,
aktiv zuzuhören und qualitativ nachzuhaken. Andererseits
öffnen Sie sich für neue Meinungen und Themen.
Das macht das Leben spannender und Sie selbst vielseitiger
(auch was den ganz normalen Alltag betrifft, beispielsweise
werden Sie auch Smalltalk-gewandter, weil Sie besser hinhören,
mehr erfahren und offener sind).
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